Von Access zu React: Legacy-System ablösen ohne Stillstand
Die Fertigungssteuerung bei Berner lief 15 Jahre lang in Microsoft Access. Jeder kannte die Macken, niemand wollte sie anfassen. Bis es nicht mehr ging.
Das Problem
Access-Datenbanken haben ein hartes Limit von 2 GB. Wir waren bei 1,8 GB. Gleichzeitig brauchten immer mehr Abteilungen Zugriff — Produktion, Versand, Einkauf, QC. Access ist dafür nicht gemacht.
Die Strategie: Modul für Modul
Ein Big-Bang-Rewrite kam nicht in Frage. Die Produktion muss laufen — jeden Tag. Stattdessen haben wir das System in Module zerlegt und eins nach dem anderen migriert:
Phase 1: Auftragsverwaltung (das Herzstück). Neue Web-App, die parallel zu Access lief. Beide Systeme synchronisierten sich über die gemeinsame Datenbank.
Phase 2: Produktionsplanung und -verfolgung. Jetzt konnten Produktionsleiter auf dem Tablet den Status sehen — nicht mehr am einen PC im Büro.
Phase 3: Versand, Lieferscheine, Einkauf. Mit jedem Modul wurde Access weniger gebraucht.
Was ich gelernt habe
Daten sind heilig. 15 Jahre gewachsene Daten haben Inkonsistenzen, die kein Schema-Diagramm zeigt. Wir haben Wochen mit Datenbereinigung verbracht.
User mitnehmen. Die Mitarbeiter kannten Access seit Jahren. Die neue App musste besser sein — nicht nur anders. Regelmäßige Demos und Feedback-Runden waren entscheidend.
Schrittweise > Alles auf einmal. Jedes Modul war ein abgeschlossener Mehrwert. Wenn etwas schiefging, war der Blast Radius begrenzt.
Ergebnis
Heute läuft die Fertigungssteuerung als Web-App mit 19 Modulen, PostgreSQL-Datenbank und rollenbasiertem Zugriff. Access ist abgeschaltet. Die manuelle Arbeitszeit hat sich um geschätzt 60% reduziert.