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Von Access zu React: Legacy-System ablösen ohne Stillstand

20. September 2025 7 min

Die Fertigungssteuerung bei Berner lief 15 Jahre lang in Microsoft Access. Jeder kannte die Macken, niemand wollte sie anfassen. Bis es nicht mehr ging.

Das Problem

Access-Datenbanken haben ein hartes Limit von 2 GB. Wir waren bei 1,8 GB. Gleichzeitig brauchten immer mehr Abteilungen Zugriff — Produktion, Versand, Einkauf, QC. Access ist dafür nicht gemacht.

Die Strategie: Modul für Modul

Ein Big-Bang-Rewrite kam nicht in Frage. Die Produktion muss laufen — jeden Tag. Stattdessen haben wir das System in Module zerlegt und eins nach dem anderen migriert:

Phase 1: Auftragsverwaltung (das Herzstück). Neue Web-App, die parallel zu Access lief. Beide Systeme synchronisierten sich über die gemeinsame Datenbank.

Phase 2: Produktionsplanung und -verfolgung. Jetzt konnten Produktionsleiter auf dem Tablet den Status sehen — nicht mehr am einen PC im Büro.

Phase 3: Versand, Lieferscheine, Einkauf. Mit jedem Modul wurde Access weniger gebraucht.

Was ich gelernt habe

Daten sind heilig. 15 Jahre gewachsene Daten haben Inkonsistenzen, die kein Schema-Diagramm zeigt. Wir haben Wochen mit Datenbereinigung verbracht.

User mitnehmen. Die Mitarbeiter kannten Access seit Jahren. Die neue App musste besser sein — nicht nur anders. Regelmäßige Demos und Feedback-Runden waren entscheidend.

Schrittweise > Alles auf einmal. Jedes Modul war ein abgeschlossener Mehrwert. Wenn etwas schiefging, war der Blast Radius begrenzt.

Ergebnis

Heute läuft die Fertigungssteuerung als Web-App mit 19 Modulen, PostgreSQL-Datenbank und rollenbasiertem Zugriff. Access ist abgeschaltet. Die manuelle Arbeitszeit hat sich um geschätzt 60% reduziert.

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